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Etwas ärgerlich ist es für den Imker, wenn seine Schützlinge für alle Belästigungen am nachmittäglichen Kaffetisch - bei Pflaumenkuchen und Kaffee - oder gar für Räubereien am Grillgut, verantwortlich gemacht werden.

Viele Menschen machen sich nicht die Mühe, zwischen Wespen und Bienen zu unterscheiden. Selbst die bayrische Landesfeuerwehr macht da kaum Unterschiede, wenn sie eine Information mit “Wespen und Bienen mögen Süßes und Wurst” überschreibt und in ihren sonst brauchbaren Artikel zumindest einigen plakativen Unsinn einbaut. Bienen werden sich hüten, einen Pflaumenkuchen heimzusuchen. Da gibt es für sie kaum etwas zu holen, denn der Zuckergehalt ist viel zu gering. Bienenbesuch an Früchten kommt daher auch überhaupt nicht vor. Hier treffen wir vor allem Wespen an, die ihren Bedarf an Kohlenhydraten über Süßes und Obst und an Proteinen über erbeutete Insekten und eben das Grillgut decken.

Woher kommt bloß diese große Unwissenheit, der sogar Fachleute aufsitzen? Sogar in Merkblättern für Bienengiftallergiker wird da manchmal die Lebens- und Verhaltensweisen von Wespen und nicht die von Bienen beschrieben. Der Imker liest es und wundert sich.

Vermutlich liegt ein Grund darin, daß es viel hübscher und einfacher ist, eine gestreifte Biene zu darzustellen als eine ziemlich schlichte braune. Die macht fürs Auge wenig her - wir sehen das bei der Biene Maja. Aber auch die oben abgebildete Langnese - Biene macht da (leider) keine Ausnahme - und bei Zeichnungen für Kinder ist auch alles schwarz - gelb. Sogar der Webmaster dieser Seite verwendet solche Grafiken.

Dabei sind Bienen und Wespen (oder gar Hornissen) so leicht voneinander zu unterscheiden wie z.B. ein Zebra von einem Pferd.

Eine Biene ist nämlich in der Regel völlig braun und hat keine gelb-schwarze Musterung. Evtl. entsteht zwar durch den Haarkranz am Hinterleib der Eindruck von Ringen oder Streifen. Diese stechen aber nicht so deutlich ins Auge wie bei Wespen. Eine italienische Bienenrasse, die Ligustica hat allerdings einen gelblichen Hinterleib , wie auf dem Foto zu sehen ist. Wobei selbst das nicht an die gelb-schwarzen Streifen der Wespen herankommt. Zudem wird diese Bienenrasse hierzulande selten gehalten. Links im Bild ist eine Biene der hiesigen “Carnica” - Rasse zu sehen.

Wespen, Hornissen (und andere Insekten) haben dagegen auffällige gelb-schwarz abgesetzte Streifen/Muster; eine Warnfarbe, die auf die Gefährlichkeit dieses Insekts aufmerksam machen soll. Manchmal (bei Schwebfliegen) verbirgt sich hinter der Warnfarbe aber nichts als “heiße Luft” - und trotzdem wirkt es und flößt Mensch und Tier Respekt ein.

Auch wenn ich mich hier etwas von den Wespen distanziere - bedeutet das nicht, daß ich als Imker etwas gegen Wespen habe. Im Gegenteil, sie erfüllen wichtige Aufgaben in unserem Ökosystem. Wespen und Hornissen vertilgen erstaunliche Massen an anderen Insekten und tragen damit zu einem natürlichen Gleichgewicht bei. Nun ja, lästig sind sie manchmal schon...

Die Hornisse (Vespa crabro) und die bei uns am häufigsten verbreiteten Wespenarten, die Gemeine Wespe (Paravespula vulgaris) und die  Deutsche Wespe (Paravespula germanica) stammen alle aus der Familie der Faltenwespen. Sie gelten als angriffs- und stechlustig, als aggressive Räuber. Diese Eigenschaften zeigen Hornissen und Wespen aber nur, wenn sie sich unmittelbar bedroht fühlen. Wildes Umsichschlagen oder das zu nahe Herantreten an das Einflugsloch muss vermieden werden.

Hornissen sind mit einer Länge von 3 bis 4 cm die größten staatenbildenden Insekten in Europa. Der Hornissenstaat hat wie der Wespenstaat einen einjährigen Lebenszyklus. Nur die Königin überwintert. Die Waben entstehen aus zerkautem, mit Speichel durchsetztem Holz, das dann Pappmache ähnelt. Die Larven werden vor allem mit gefangenen Insekten versorgt.

Drei Stiche töten einen Menschen!” So und ähnlich lautet die landläufig verbreitete Meinung über Hornissen. Aber das ist falsch. Hornissengift ist sogar ungefährlicher als Bienengift. Wenn auch ein Hornissenstich deutlich unangenehmer ist (wegen des längeren Stachels). Für Menschen mit einer Allergie kann es aber dennoch sehr gefährlich werden. Aber da reicht schon ein Stich aus.

Im Gegensatz zu den Bienen können Wespen ihren Stachel nach einem Stich aus der Haut eines Menschen wieder herausziehen. Viele interessante Informationen dazu bietet die Homepage: www.hornissenschutz.de