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Bienen in der Kirche?

Nur ein Tier hat es „geschafft“, in den offiziellen Gebetsschatz der Kirche aufgenommen zu werden, gar in das feierliche Exsultet der Osternacht. Dort hören wir: „In dieser gesegneten Nacht, heiliger Vater, nimm an diese Kerze als unsere festliche Gabe! Aus dem köstlichen Wachs der Bienen bereitet, wird sie dir dargebracht von deiner heiligen Kirche.“ Im lateinischen Originaltext heisst es „Mutter Biene“ , womit man auf die vorher gerühmte „Mutter Kirche“ Bezug nimmt.

sr claras buchSr. Clara Vasseuer, Benediktinerin der Abtei Mariendonk hat ein wunderbares Buch darüber geschrieben.

Der Bienenstock ist für die Dichter des feierlichen Lobgesangs auf Christus (im Bild der Osterkerze) ein Symbol für die Kirche überhaupt. Leider fliegen heute nicht alle so fleissig in die Kirche wie die Bienen in einen Bienenstock.

Durch ihren sprichwörtlichen Fleiss ist die Biene in vielen Kulturen ein Bild für ein funktionierendes, geordnetes Gemeinwesen.

Im Exsultet heißt es: „Die Flamme wird genährt vom schmelzenden Wachs, das der Fleiß der Bienen für diese Kerze bereitet hat. Nimm die Kerze an als lieblich duftendes Opfer, vermähle ihr Licht mit den Lichtern am Himmel.“ Hier kann man mal “reinhören”...

Im Bienenstock wie in der Gemeinde, hat jede(r) eine Aufgabe, die ihn oder sie erfüllt, und so wie Christus die Kirche lenkt und leitet und am Leben erhält, so tut dies bei den Bienen die Königin.

Wegen dieser Wertschätzung der Bienen und ihres Bienenwachses sollten Kerzen in der Kirche auch mindestens 10 % Bienenwachs enthalten.

Interessant ist es, daß viele Klöster die Imkerei betreiben, ja, daß Mönche bis heute die Imkerei mit Ihrer Erfahrung bereichern. Sehr bekannt ist der inzwischen verstorben Bruder Adam (Kehrle) aus der englischen Benediktiner-Abtei Buckfast, nach der heute eine Bienenrasse, die Buckfast-Biene benannt ist. Seine Bücher haben der europäischen Imkerei viele Impulse gegeben. Auch heute noch werden Bienen in zahlreichen Klöstern gehalten; früher gehörten Bienenstöcke in die Gärten von Pfarrern, Bauern und Lehrern.

Schutzpatron der Imker ist der heilige Ambrosius, Bischof von Mailand (+397), dessen Name sich von der Götterspeise der griech. Mythologie ableitet. Vielleicht ist das aber auch ein Verweis auf den Honig, den die Bienen bereiten.

Er wird mit einem Bienenkorb dargestellt. Seine Verbindung zu Bienen wurzelt in der Legende, daß ein Bienenschwarms sich über der Wiege des Kindes einstellte.

Die Bienen träufelten dabei Honig in seinen Mund und flogen davon, ohne das Kind zu verletzen; aber sie hatten ihm die "honigsüße Sprache" seiner späteren Schriften und seiner Lieder vermittelt. Andere Biografen deuten das auch als Bild für das süße Wort Gottes in der Heiligen Schrift.

Er führte das Singen von Hymnen und Liedern in die Liturgie ein und ist somit der Begründer des Gemeidegesangs in der Kirche.

Zunächst wurde er Politiker, war aber in dieser Funktion so beliebt, daß man ihn, obwohl noch nicht getauft, gleich zum Bischof von Mailand erwählte.