Dieses Imkertagebuch ist zwar schon älter,
aber man kann trotzdem gut verfolgen, was im Jahreslauf zu tun ist.
Januar
Während der Winterpause, die für die Bienen etwa im Oktober beginnt, sitzt das Bienenvolk in einer dichten Traube zusammen und zehrt
von den Vorräten. Nur ein leises Brummen zeigt an, daß im Bienenstock noch Leben ist. Im Februar rechnet der Imker in normalen Jahren damit, daß die Bienen ihren ersten Ausflug
wagen - dazu muß es mindestens frühlingshafte 10 bis 12
Grad sein; möglichst mit Sonnenschein. Nicht so in diesem Jahr. Schon in der ersten Januarhälfte erreichten die Temperaturen diesmal diese Marke und bei sonnigem Wetter machten die Bienen ihren
Reinigungsflug; das bedeutet, sie entleeren draußen die im Winter prall gefüllte Kotblase. Seitdem pendelten in diesem Jahr die Temperaturen bis zum Monatsende immer um die 11 Grad herum, so daß immer einige Bienen draußen sind. Aber nicht nur die Bienen spielen bei solchem
Wetter verrückt. Auch die Pflanzen lassen sich locken; der japanische Jasmin stand schon im Advent in erster Blüte; Haselbüsche blühen jetzt, Ende Januar und auch die
Weiden stehen kurz vor der Blüte; die Kätzchen sind schon zu sehen - wichtige Pollenlieferanten für die erste Brut. Hoffentlich macht jetzt kein Kälteeinbruch alles wieder zunichte. Das erste meiner vier
Bienenvölker zog am Samstag, 26. Januar 2002 um - in den neuen Bienenstand in der Kleingartenanlage am Fischerbusch. Die anderen werden folgen, sobald
kühlere Temperaturen sie für einige Tage in den Stock verbannen.
30./31. Januar
Erstaunlich gutes Flugwetter - bei Temperaturen um 15 Grad und Sonnenschein befliegen die Bienen aller vier Völker den Winterjasmin
und die blühenden Haselzweige. 
Halbvolle bis pralle
Pollenhöschen sind am Mittwoch zu erkennen - am Donnerstag war es wohl zu windig um auf den Haselblüten zu landen und Pollen zu “höseln”. Trotzdem ist richtig Leben in allen Stöcken zu
bemerken. Hoffentlich wird es nicht wieder frostig kalt, so daß die bereits erwachende Natur zu Schaden käme.
Februar
Zu den Karnevalstagen wird das Wetter wieder schlechter und kälter; Regen, Wind und Kälte halten die
Bienen drinnen. Nur einzelne Bienchen fliegen aus... und machen die Gegend unsicher!
Na vielleicht können sie dann Ende der Woche zum Fischerbusch umziehen.
Seit Karneval haben wir nun wieder Winter. An einigen sonnigen Tagen fliegen die Bienen und tragen fleißig
Pollen ein. Manchen von Ihnen werden die ungewohnt kalten Temperaturen zum Verhängnis. Bei Sonnenschein fliegen Sie aus, obwohl die Temperaturen im Schatten deutlich unter 10 Grad liegen. Wenn Sie dann
bei der Rückkehr in den Stock nicht direkt in den Stock einfliegen können oder bereits zu erschöpft sind, erstarren sie und sterben. Zahlreiche Bienen liegen daher vor dem Bienenstand.
Das fleißige Pollensammlen (von Haselsträuchern und anderen Frühblühern
) zeigt an, daß in den Bienenstöcken die Aufzucht von Jungbienen begonnen hat. Hoffentlich hält das kalte Wetter nicht zu lang an, damit
die Bienen genügend Pollen und Wasser für die Aufzucht der Bienenlarven eintragen können.
Seit dem 18. Februar ist es wieder nasskalt. Am 19. Februar sind die letzten Bienenstöcke zum Kleingarten umgezogen. Zuvor hatte ich den Völkern das
Flugloch versperrt, da sie trotz des schlechten Wetters flogen. Nach drei Tagen im Bienenstock (was ihnen nicht schadet) haben sie die Orientierung verloren, so daß sie
sich am neuen Standort ganz neu einfliegen müssen. Sonst würden sie nach dem erneuten Ausflug zum ursprünglichen Standort zurückkehren und
dort keine Bienenwohnung mehr vorfinden. Aber jetzt sind alle vier Völker in ihrem neuen Zuhause angekommen. Direkt am Bienenstock beginnen
die Weiden zu blühen. Ihre Kätzchen sind mit Blütenstaub überzogen. Wenn es jetzt wieder warm werden würde...
März
Im März steuert die Natur Schritt für Schritt auf den Frühling zu. Zunächst beginnen die Fosythien zu
blühen; dann die Mirabellen, Schlehen, Mandelbäume und manche andere frühe Blütensträucher. Gegen Ende März gingen die ersten Kirschblüten auf. Zahlreiche warme, sonnige
Tage mit Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad ermöglichen den Bienen gute Flugtage. Die zum Nachmittag hin deutlich absinkenden Temperaturen werden allerdings vielen erschöpften Winterbienen
zum Verhängnis - sofern sie nicht d irekt ins
Flugloch finden erstarren sie vor den Bienenstöcken. Alle Völker tragen reichlich Pollen (z.B. von den Weiden direkt am Bienenstand) ein, ein Zeichen dafür, daß in allen
Bienenvölkern auch Brut aufgezogen wird. Am Karfreitag und Karsamstag zeigte eine Nachschau in den Bienenvölkern, daß alle gut über den Winter gekommen waren. Alle
hatten noch ausreichend Winterfutter eingelagert und scho n reichlich
frischen Nektar eingetragen. Einigen Völkern konnte ich überschüssiges Futter entnehmen. Überall hatte das Brutnest eine Ausdehnung von 6 - 7 Waben, die mit Eiern oder schlüpfenden Jungbienen besetzt
waren. Drumherum waren Futterkränze mit Honig und Pollen angelegt. Wilder Wabenbau in den Stöcken zeigte an, daß die Bienen bereits wieder mit dem Aufbau weiterer Honig- und Brutwaben
beschäftigt waren. Trotz eines gewissen Risikos habe ich überall schon Honigräume aufgesetzt, da in diesen Tagen die Kirschblüte beginnt.
April
Die letzten Vorratswaben werden den Völkern entnommen und durch Rähmchen mit Mittelwänden ersetzt. Durch den jetzt
einsetzenden Nektarstrom aus den Mirabellen, Pflaumen- und Kirschblüten werden die Bienen diese zügig zu neuen Waben ausbauen. Zu meiner Überraschung füllten sich auch die Honigräume sehr
schnell mit Honig. Bereits Mitte April zeigen sie ei n beachtliches Gewicht.
Die Bienen kümmern sich darum, daß der Nektar zu Honig wird und daß dem Honig nach und nach das Wasser entzogen wird. Reifer Honig
hat einen Wassergehalt von 17 - 19 %. Solcher Honig tropft auch bei heftigen Bewegungen nicht mehr aus den Zellen der Waben heraus.
Der Mirabellenbaum verspricht den ersten Nektar des Jahres.
Bei einer Nachschau Ende April ist bei den Völkern noch keine Schwarmlust erkennbar. Sie sind noch zu beschäftigt mit dem
Sammeln von Pollen und Nektar.
Hier sieht man im linken unteren Bereich verdeckelte Bienenbrut. Einige
Bienen sind schon geschlüpft, andere schlüpfen erst noch. Die hellen Zellen im oberen Bereich enthalten meist Pollen, die dunklen Zellen
frischen Honig. Beides brauchen die Bienen zur Fütterung der Bienenlarven.
Mai
Das mit der Schwarmlust ändert sich Anfang Mai rapide. Schlechtes Wetter und das nahende
Ende der frühen Obstblüte (es blühen nur noch die Apfelbäume) läßt Schwarmstimmung aufkommen. Schon Ende April fanden sich in einem Volk die Königinnenzellen - ein Zeichen für Schwarmlust. 
Anfang Mai war es dann soweit - das erste Volk (Nr, 4) versucht
einen Ausflug. Mit einem Schwarm will die drei Jahre alte Königin sich von dannen machen - da ihre Flügel gestutzt waren, kam sie nicht weit und
das Volk kehrte ohne sie in den Bienenstock zurück. Am 11. Mai schlüpfte in diesem Volk eine junge Königin. Am 8. Mai dann kam ein Gärtnerkollege zum Bienenstand: 
“In meinem Garten hängt ein Bienenschwarm”. Unbemerkt hatte sich ein Schwarm von meinem ersten Bienenvolk (Nr. 2) entfernt. Vermutlich schon am Vortag, denn sonst hätte ich
etwas mitbekommen, da ich schon einige Zeit am Bienenstand war. Also ging es los “Schwarm einfangen”.
Schöner konnte er kaum sitzen - in Brusthöhe in einem Haselnußstrauch. Das Fangen war ein Kinderspiel.
Nachdem die Königin mit einem Teil des Schwarms im Kasten war, zogen
die anderen Bienen in den Kasten ein. Das ist immer ein eindrucksvolles Schauspiel. Am nächsten Abend wurde der Schwarm in eine eilendst fertiggestellte Beute einquartiert.
Mitte Mai dann die nächste Überraschung: Hoch
oben über dem Weg zum Bienenstand hing ein Schwarm. Bei der Durchsicht dieses Volkes hatte ich wohl nicht nur eine sondern zwei Königinnenzellen stehen lassen. Diese
Nachlässigkeit rächte sich und die zuerst geschlüpfte Königin machte sich mit der einen Hälfte des Volkes von dannen. (Nr. 4) So wurde aus dem verhinderten Schwarm von Monatsanfang
doch noch ein Bienenschwarm. Mit Hilfe einer langen Stange und Leitern gelang es, den Schwarm zu fangen. Auch er bezog Quartier in einer neuen Bienenwohnung.
Interessant war, daß sich ein kleiner Rest dieses Schwarms noch über sechs Wochen an dieser
Stelle hielt. Das waren wohl Jungbienen, die die Orientierung verloren hatten und nun diese Stelle im Baum für ihre Heimat hielten.
Kurz vor
Beginn der Robinien- blüte um den 23. Mai herum, war die Zeit für die erste Honigernte gekommen und ca. 80 kg. Honig flossen aus der Schleuder. Jedes Volk hatte ca. 20 kg. Honig
eingetragen - trotz Schwärmerei. Um bei meinem Volk Nr. 3 einen Schwarm zu verhindern entnahm ich einige Brutwaben und verstärkte damit das abgeschwärmte Volk Nr. 4.
Ende Mai war dann plötzlich in diesem Volk die Königin abhanden gekommen. Augenscheinlich hatte das Volk still umgeweiselt. Bei
sorgfältiger Nachsicht fand ich eine enorm gut versteckte Königinnenzelle. Vierzehn Tage später war diese Königin wieder aktiv geworden und legte
fleißig Eier. Alles in allem ein turbulenter, lehrreicher Monat.
Juni
Nun stand ich Anfang Juni mit sechs Völkern da - und keines war völlig o.k..
Volk Nr. 1 hatte ab 8.6. wieder eine junge legende Königin, die ca. am 15. Mai geschlüpft war. Hier hatte ich die alte
Königin entfernt, um einen Schwarm zu verhindern. Nach und nach mußte ich drei Honigräume aufsetzen, denn hier ging die Volksentwicklung ohne größere Pause weiter.
Álle anderen Völker dagegen wären mit einem halbhohen Honigraum ausgekommen. Dabei blühten die Linden so schön... Da aber das Wetter nicht mitspielt sammeln die Bienen Honigtau von den Linden.
Volk Nr. 2 hatte am 8.5. einen Schwarm
“verloren”. Eine Woche später war die Königin geschlüpft - und dann passierte nichts. Jede Nachschau nach Eiern und jungen Bienen blieb erfolglos - Brutpause.
Eine eingehängte Wabe mit Eiern aus dem Nachbarvolk zeigte, daß eine Königin vorhanden war - aber wo? Das Volk wurde immer schwächer und ich wollte es schon aufgeben - da fand ich Ende Juni plötzlich
doch junge Larven in den Waben. Erst über sechs Wochen nach dem Schlüpfen war die junge Königin tätig geworden.
Volk Nr. 3 hatte still umgeweiselt - also die alte Königin durch eine neue Königin ersetzt. Mitte Juni legte sie die ersten Eier.
Volk Nr. 4 war Mitte Mai geschwärmt und hatte eine Woche später schon junge Brut.
Bei all diesen Völkern mußte
ich keinen Schwarm mehr befürchten, trotzdem hieß es wöchentlich eine Nachschau halten, Drohnenwaben ausschneiden, prüfen, ob alles in Ordnung war.
Volk Nr. 5 entwickelte sich prächtig und hatte schon vierzehn Tage nach Einzug in die neue Wohnung ein prächtiges Brutnest. Am 21.
Juni hatte der Schwarm seinen Honigraum schon beachtlich gefüllt.
Volk Nr. 6 war ebenfalls fleißig, baute seine Wohnung zügig aus und
bekam nach der Robinienblüte ebenfalls einen kleinen Honigraum verpaßt.
Juli
Der Juli brachte mit dem Ende der Lindenblüte in der ersten Juliwoche das Ende der Saison für die Dinslakener Imker. Anderswo bringen
Heideblüte und Waldtracht noch Erträge - aber hierzulande endet die Saison im Prinzip Ende Juni. Man wartet dann noch eine Weile und in der letzten Juliwoche kann der Honig
aus der Robinien- und Lindentracht (zusammen mit Brombeerblüten u.s.w.) geerntet werden.

Über den Daumen gepeilt gab es vom Volk Nr. 1 - 35 kg Honig; vom Volk Nr.: 2 - 10 kg und vom Volk Nr. 3
ebenfalls 10 kg. 7 kg. waren es vom Volk Nr. 4 und die beiden Schwarmvölker sammelten ca. 15 und ca. 5 kg. Honig. Insgesamt ein durchaus zufriedenstellendes Ergebnis, wenn man bedenkt, daß der
durchschnittliche Honigertrag bei 20 - 25 kg. pro Volk liegt.
Jetzt heißt es rühren und verbliebene Wachspartikel abschöpfen. Der
Honig muß einige Zeit klären und wird dann gerührt, damit er später feiner auskristallisiert.
 Interessant ist es, die Bienen bei
der Arbeit zu beobachten. Um an den Nektar der Wicken zu kommen, haben sie akrobatische Techniken entwickelt. Sie drücken mit dem Körper einen Teil der Blüte nach unten. Dadurch wird der Weg frei.
Die Biene sieht dabei ganz durchgebogen aus.
Die Bienen finden jetzt im Juli in der Natur nur noch wenig Nektar. Sie
besuchen daher die Gartenblumen besonders intensiv und sammeln auch viel Pollen. Jetzt ist die Zeit gekmmen, den Bienen wieder Futter - Zucker oder Honig zu geben.
Was geschieht nun mit dem Honig in
den Waben?

Ich habe zwei unterschiedliche Arten von Honigräumen. Es gibt solche in
normaler Höhe mit 11 Waben. Hier paßt ca. 25 kg Honig hinein. In die halbhohen Dickwaben dürften es ca. 12. kg. sein. Dort sind es auch nur neun Waben. Über eine sogenannte Bienenflucht verlassen die Bienen den Honigraum, der abends abgeholt
wird. Dabei muß man noch eine Handvoll Bienen von den Waben abfegen.

Die Bienen haben die gefüllten Zellen mit einer dünnen Wachsschicht überzogen. Diese Deckel werden mit
einer Gabel abgenommen, dann kann der Honig aus den Zellen herauslaufen (in der Schleuder).

Durch Zentrifugalkraft wird der Honig aus den Waben geschleudert und läuft durch ein doppeltes Sieb in den
Honigeimer. Das Sieb filtert die Wachsreste heraus. Ganz feine Wachspartikel werden später von der Oberfläche des Honigs abgeschöpft. 
Einfach lecker!
Flüssiges Gold. In einigen Wochen gibt es den ersten Honig zu kaufen.
Es gibt zwei Sorten: Frühtracht und Sommertracht.
August
Dieser Monat bringt eine Menge Arbeit für den Imker beim Honig klären und rühren. Die Ernte muß reifen. Für die Bienen ist in der freien Natur wenig Nektar zu holen. Trotzdem läßt
der Eifer nicht nach. Evtl. lohnt sich der Besuch in den Blüten der Zierpflanzen und Sonneblumen. Jetzt sieht man nämlich Bienen auf allen möglichen Blumen, die sie im Frühsommer verschmähten.
Wichtig ist es jetzt vor allem, genügend Pollen für die Aufzucht der Winterbienen zu sammeln.
September
Jetzt wurde es Zeit für eine Behandlung gegen die Varroa-Milbe. Das ist
ein aus dem fernen Osten eingeschleppter Bienenparasit, gegen den sich die hiesigen Bienenrassen nicht wehren können. Wer auf die Bekämpfung
mit Medikamenten (die evtl. Rückstände im Honig hinterlassen) verzichten möchte, behandelt mit organischen Säuren, wie Ameisensäure (die, die
auch die Ameisen verspritzen), Oxalsäure (ist im Spinat oder Rhabarber enthalten) oder Milchsäure (aus der Milch). Ich habe im September 2 x mit
Ameisensäure behandelt. Dabei verdunstet Ameisensäure aus einem Schwammtuch. Das tötet viele Milben, schadet aber bei geringer Dosierung
den Bienen nicht. Und Rückstände im Honig sind nicht zu erwarten. Jetzt ist auch etwas Zeit, das Bienenhaus zu renovieren und Honig abzufüllen und Etiketten zu kleben.
Oktober
Vom Fachbereich Bienenkunde
der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Landwirtschaft, Wein- und Gartenbau des Landes Rheinland-Pfalz erhielt ich eine Honiganalyse für den Sommertrachthonig. Interessant ist z.B., welche
Pollen im Honig vorhanden sind, welche Pflanzen die Bienen also angeflogen haben: Kiefer, Weide, Birke, Edelkastanie, Buchweizen, Ampfer, Tulpenbaum, Raps, Himbeer,
Erdbeer, Rosen, Lederhülsenbaum, Weißklee, Wicken, Götterbaum, Ahorn, Wilder Wein, Linde, Ölweiden, Hartriegel, Rainweide, Büschelschön, Vergißmeinnicht, Holunder, Glockenblumen, Kornblumen, Disteln,
Liliengewächse, Spargel und Süßgräserpollen. So vielfältig sind also die Blüten, die die Bienen anfliegen - nicht alle dieser Pflanzen spenden auch
Honig, aber mit dieser Pollenanalyse kann man u.a. bestimmen, ob Honig gepantscht wurde. Der Prüfbefund kommt zu folgender Beurteilung: “Der
untersuchte Honig entstammt einer Mischtracht verschiedener Nektarspender mit einem geringfügigem Honigtauanteil. Die Pollenhäufigkeit im mikroskopischen Bild spiegeln nicht die tatsächlichen
Trachtanteile wieder. Die Pollen von Edelkastanie und Vergißmeinnicht gelten als überrepräsentiert und stehen nicht stellvertretend für Nektaranteile. Sensorisch ist keine der Trachten prägend, der
hocharomatische Götterbaum ist schwach wahrnehmbar, eine botanische Sortenbezeichnung entfällt. Die Allgemeinbezeichnung “Sommertracht” berücksichti gt auch die Tauanteile. Bei der chemisch-physikalischen Analyse zeichnet sich der
vorliegende Honig durch seine hohe Enzym-Aktivität aus. Der Wassergehalt ist ohne Beanstandung. Anzeichen ausländischer Herkunft wurden nicht festgestellt, damit entspricht der Honig in den
untersuchten Kriterien der Richtlinie 2001/110/EG, der Honigverordnung und den Qualitätsrichtlinien des Deutschen Imkerbundes (DIB).
Für eine Medaille als Auszeichnung hat es bei der Sommertracht dann leider doch nicht gereicht. Die gibt es
aber am 9.11.2002 aus der Hand der Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn für den Frühtrachthonig.
Lt. Analyse enthält dieser Honig Pollen folgender Pflanzen: Fichte, Birke,
Hainbuche, Edelkastanie, Eiche, Schöllkraut, Raps, Steinobst, Kernobst, Himbeer, Steinklee, Ahorn, Roßkastanie, Stechpalme, Wilder Wein,
Sonnenröschen, Efeu, Vergißmeinnicht, Löwenzahn und Liliengewächse. Die Bewertung entspricht in etwa der oben für die Som mertracht notierten Bewertung, nur das diesmal keine Trachtanteile herauszuschmecken waren. Die größte Pollenhäufigkeit ergab
sich für die Obstblütenpollen und - mit Abstand - für Ahornpolle. Daraus läßt sich schließen, daß die Nektarmengen vornehmlich von den Obstbäumen stammen.
Verliehen wurde für den Honig eine silberne Medaille der Landwirtschaftskammer Rheinland.
November / Dezember
Aus diesen Monaten gibt es wenig zu berichten. Alle paar Tage schaue ich
auf dem Stand nach dem Rechten - und achte darauf meine “Lieben” nicht zu stören. Immer wieder ist Flugwetter, bei Temperaturen um 10 Grad
fliegen die Bienen schon mal zum Reinigungsflug heraus. Im Dezember, kurz vor Weihnachten habe ich noch eine Varroabehandlung mit Bienenwohl gemacht, da der Abfall von Varroa-Milben auf einen weiterhin
hohen Befall hindeutete. Von allen Seiten gibt es Horror-Meldungen. Fast 1/3 aller Bienenvölker sollen den Winter nicht überleben. Bisher kann ich
noch keinen Ausfall beobachten. Aber erst der März wird der Monat der Wahrheit sein. Ich bin gespannt, was die Kollegen auf der Jahreshauptversammlung am 9. Februar berichten.
Der Honig im Keller wird immer weniger. Schon ist nur noch ein Eimer da.
Die Frühtracht ist inzwischen verschenkt und verkauft. Jetzt geht es daran, Rähmchen etc. und andere Bedarfsartikel fürs Frühjahr fertig zu machen,
damit es dann nicht zu viele Nachtarbeits-Tage im Keller geben muß.
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